Guss in Silber und Gold

Guss aus Ihrer Datei

Sie schicken ein 3D-Modell, wir drucken daraus ein Modell und gießen es in Silber oder Gold. Diese Seite erklärt, was das Modell braucht, bevor die Datei in den Konfigurator geht.

Ein Gussmodell ist kein Druckmodell

Ein Druck ist das fertige Stück: Was auf dem Bildschirm zu sehen ist, kommt aus dem Drucker. Ein Guss ist erst der Anfang. Das Harzmodell brennt aus der Einbettmasse aus, das an seine Stelle gegossene Metall schwindet beim Erkalten, und die Oberfläche des Rohgusses geht danach unter Schleifer und Polierscheibe.

Jeder dieser drei Schritte verschiebt das Maß um Zehntelmillimeter, und keiner davon ist in der Datei sichtbar. Deshalb fragen wir beim Gussmodell mehr als beim Druckmodell. Nicht um eine Hürde aufzubauen, sondern damit das Stück in Ihrer Hand genau das Maß hat, das Sie angeben.

Sie nennen das Fertigmaß, um den Rest kümmern wir uns

Das Modell soll die Maße des Stücks tragen, das Sie erhalten möchten. Schwund, Schleifaufmaß und Angusssystem ergänzen wir auf unserer Seite, nach den Tabellen dieser Seite. Vor der Bestätigung zeigen wir die vollständige Rechnung: Zielmaß, Aufmaß, Schwundfaktor und die Modellgröße, die in den Druck geht.

Der Gussprozess hält das Maß auf 0,2 mm genau, und genau das sagen wir zu. Wo höhere Genauigkeit nötig ist, hilft die spanende Bearbeitung nach dem Guss, und die vereinbaren wir gesondert.

Mindeststärken am fertigen Stück

Zwei Spalten, weil es zwei verschiedene Aussagen sind. „Minimum“ ist die Grenze, unterhalb derer sich der Guss nicht füllt und wir die Bestellung nicht annehmen. „Sicher“ ist die Stärke, bei der die Abformung unabhängig von der Lage in der Küvette gelingt. Dazwischen gießen wir, aber ohne Zusage vollständiger Abformung.

Merkmal des ModellsMinimumSicher
Wandstärkeautomatisch aus der Datei gemessen0,45 mm1,0 mm
Ringschiene1,0 mm1,3 mm
Krappe0,7 mm0,9 mm
Freistehendes Detail0,6 mm0,8 mm
Reliefhöhe0,3 mm0,5 mm
Schriftstärke0,4 mm0,6 mm
Abstand zwischen Teilen0,8 mm1,0 mm
Durchgangsbohrung0,8 mm1,2 mm
Kantenradius0,1 mm0,2 mm

Die Wandstärke messen wir automatisch aus der hochgeladenen Datei. Die übrigen Zeilen lassen sich im Dreiecksnetz nicht erkennen, denn dazu müsste man wissen, was das jeweilige Merkmal ist: diese Werte bleiben eine Entscheidung beim Entwurf.

Legierungen, die wir gießen

Der Schwund ist der Faktor, um den wir das Modell vergrößern, damit der Guss Ihr Maß erreicht. Die Dichte ergibt die Masse, und die Masse des Edelmetalls bestimmt die Rechnung. Wir zeigen beide Zahlen, weil sich daraus alles ergibt, was mit dem Modell unterwegs geschieht.

LegierungSchwundDichte
Silber 800x 1,01710,20 g/cm³
Silber 925x 1,01610,36 g/cm³
Au 9Kx 1,02111,30 g/cm³
Au 585 (14K)x 1,019613,10 g/cm³
Au 750 (18K)x 1,01815,50 g/cm³

In der Tabelle steht die Grunddichte der Legierung. Weißgold enthält schwerere Zusätze und wiegt bei gleichem Volumen spürbar mehr als Gelbgold, die Kalkulation rechnet das gesondert.

Was Sie nicht tun müssen

Sie müssen das Modell nicht auf Schwund skalieren

Das übernehmen wir, mit dem Faktor der in der Bestellung gewählten Legierung. Ist die Datei bereits vergrößert, nennen Sie im Konfigurator einfach die Legierung, für die skaliert wurde: dann ergänzen wir nur die Differenz, und bei gleicher Legierung geht die Datei unverändert in den Druck.

Kein Angusssystem hinzufügen

Kanäle und Gusstrichter setzen wir selbst, denn ihre Lage hängt davon ab, wie das Modell in der Küvette steht und wo das Metall den weitesten Weg hat. Ein in der Datei modellierter Anguss müsste ohnehin abgetrennt werden.

Kein Bearbeitungsaufmaß hinzufügen

Die Ringbohrung verengen wir selbst, denn Schleifen vergrößert eine Bohrung. Ein Aufmaß an der Außenfläche kommt nur bei einer Bestellung mit Hochglanzpolitur dazu. Beide Werte stehen in der Rechnung, die vor der Bestätigung sichtbar ist.

Kein Aufmaß an verzierten Flächen

Struktur, Hammerschlag, Gravur und Relief erhalten nie ein Aufmaß, unabhängig vom gewählten Finish. Das Schleifen würde genau das Detail abtragen, für das die Bestellung erfolgt. Markieren Sie die Fläche im Konfigurator als verziert, dann fällt das Aufmaß auf null.

Was die Datei braucht

Formate und Größe
Wir nehmen STL, OBJ, 3MF, STEP, STP, bis 60 MB. Derselbe Satz wie beim 3D-Druck, denn niemand muss sich merken, dass der Guss eine Datei anders liest.
Einheiten
STL und OBJ tragen im Format keine Einheit, wir lesen sie daher als Millimeter. Die übrigen Formate tragen eine Einheit, dann übernehmen wir sie aus der Datei.
Geschlossener Körper
Ein Netz ohne offene Kanten. Sonst lässt sich nicht ablesen, wo Metall ist und wo Luft, und kein Angebot aus einer solchen Datei ist verbindlich.
Ein einziger Körper
Mehrere sich durchdringende Körper lassen im Inneren einen undefinierten Bereich zurück. Vereinigen Sie sie mit Boolean Union oder bestellen Sie die Dateireparatur bei uns.
Küvettenraum
Das Modell muss in den Küvettenraum passen, also Ø63 x 62 mm. Maßgeblich ist die Diagonale der Grundfläche, denn die Küvette ist ein Zylinder und kein Quader: ein flaches, breites Stück passt besser, als es aussieht. Alles Größere geht in die Einzelkalkulation.
Fingerbohrung
Bei Ring, Trauring und Armreif nennen Sie den Innendurchmesser des fertigen Stücks. Weicht die in der Datei gemessene Bohrung um mehr als 0,2 mm von Ihrer Größe ab, stoppt die Bestellung: das Aufweiten geht auf die Schienenstärke, das ändern wir nicht ohne Rücksprache.

Nach dem Hochladen berechnen wir Dichtheit, Anzahl der Körper, Bauraum, dünnste Wand und Bohrungsdurchmesser. Das Ergebnis ist sofort sichtbar, noch vor der Bestellung und nicht per Mail am Folgetag. Bei sehr dichten Netzen entfällt die Wandstärkenmessung, wir prüfen sie von Hand, und der Konfigurator sagt das klar.

Was Sie erhalten

  • Guss in der gewählten Legierung

    Silber 800 oder 925, Gold 9K, 14K oder 18K. Das Metall stellen wir, oder Sie stellen es bei.

  • Bearbeitung im gewählten Umfang

    Vom Rohguss mit abgetrennten Kanälen bis zum Juwelierfinish, also Schleifen, Polieren und Kontrolle vor der Ausgabe. Die Stufe wählen Sie im Konfigurator und sehen, was jede umfasst.

  • Kanalmetall, wo es Ihres ist

    Bei beigestelltem Metall gehören die Kanäle Ihnen und gehen mit dem Guss zurück. Bei unserem Metall bleiben sie hier und kommen in den Umschmelz.

  • Punzierung nach Absprache

    AEJaCA-Herstellerzeichen und Meldung beim polnischen Punzierungsamt, auf Wunsch bei der Bestellung. Ein Stück kann auch unpunziert übergeben werden, die Meldepflicht geht dann auf den Empfänger über.

Häufige Fragen

Soll ich das Modell vor dem Senden auf Schwund skalieren?

Nicht nötig. Das Modell soll die Fertigmaße tragen, den Schwund ergänzen wir selbst, mit dem Faktor der bestellten Legierung. Ist die Datei bereits vergrößert, nennen Sie im Konfigurator die Legierung, für die skaliert wurde: dann ergänzen wir nur die Differenz, der Schwund wirkt also nie doppelt.

Wie dünn darf die Wand für den Guss sein?

Die Grenze liegt bei 0,45 mm, darunter füllt sich der Guss nicht, eine solche Bestellung nehmen wir nicht an. Zwischen 0,45 mm und 1,0 mm gießen wir, aber ohne Zusage vollständiger Abformung, der Konfigurator sagt das beim Hochladen. Über 1,0 mm ist die Abformung sicher.

Was passiert, wenn der Guss misslingt?

Entscheidend ist, was die Modellprüfung angezeigt hat. Hat die Prüfung nichts gemeldet und der Guss ist fehlerhaft, wiederholen wir ihn auf unsere Kosten. Wurde vor der Bestellung eine Warnung zu einem Merkmal des Modells angezeigt und trotzdem bestellt, geht die Wiederholung zu Lasten des Bestellers. Deshalb erscheinen Warnungen vor dem Legen in den Warenkorb und nicht nach dem Guss.

Soll ich ein Angusssystem am Modell ergänzen?

Nein. Kanäle und Gusstrichter setzen wir selbst, denn ihre Lage hängt davon ab, wie das Modell in der Küvette steht und wo das Metall den weitesten Weg hat. Ein in der Datei modellierter Anguss müsste ohnehin abgetrennt werden, und seine Spur säße an einer Stelle, die nicht der Gießer gewählt hat.

In welchem Format und in welchen Einheiten soll ich die Datei schicken?

Wir nehmen STL, OBJ, 3MF, STEP und STP, bis 60 MB. STL und OBJ tragen im Format keine Einheit, wir lesen sie daher als Millimeter. 3MF und STEP tragen eine Einheit, dann übernehmen wir sie aus der Datei. Das Modell muss ein einziger geschlossener Körper ohne offene Kanten sein.

Wie groß darf ein Stück aus der Datei sein?

Das Modell muss in den Küvettenraum passen, also Ø63 x 62 mm. Maßgeblich ist die Diagonale der Grundfläche, denn die Küvette ist ein Zylinder: ein flaches, breites Stück passt besser, als drei Zahlen vermuten lassen. Alles Größere läuft über die Einzelkalkulation, denn es braucht eine andere Küvette und eine andere Anordnung.

Welchen Innendurchmesser soll ein Ring in der Datei haben?

Den Zielwert, also den Durchmesser des fertigen Stücks. Das Schleifaufmaß ziehen wir selbst ab, denn Schleifen vergrößert eine Bohrung. Im Konfigurator nennen Sie den fertigen Innendurchmesser, wir vergleichen ihn mit der in der Datei gemessenen Bohrung: bei mehr als 0,2 mm Abweichung stoppt die Bestellung, denn das Aufweiten geht auf die Schienenstärke und das tun wir nicht ohne Rücksprache.

Datei fertig?

Laden Sie das Modell in den Guss-Konfigurator. Nach dem Hochladen sehen Sie die Geometrieprüfung und die vollständige Maßrechnung, bevor irgendetwas bestätigt wird.